15-04-04: BACK TO LIFE TOUR - 2004:
Nach Krebserkrankung mit dem Liegerad und Paragleiter über 5.000 km durch Europa.

tour logo 2004

Der österreichische Expeditionist, Walschützer und GLOBALANCE-Gründer Bernhard Bechter (36) bewältigt wieder einmal eine 'Walfahrt' der besonderen Art. Am 15.April 2004 startet Bechter direkt beim Bregenzer Spital (Österreich) nach einer Kontrolluntersuchung mit Liegerad und Gleitschirm eine Tour, welche ihn zunächst nach Norwegen führt. Dort will er vom höchsten Gipfel des Landes, dem GALDHØPIGGEN (2469 m) fliegen um anschliessend an einem Norwegischen Wettkampf teilzunehmen, wo er auch eine Pressekonferenz zur Tour und Internationalen Walfangkonferenz abhalten wird. Die anschliessende Etappe führt dann zur Internationalen Walfangkonferenz, welche im Juli 2004 in Sorrento/Italien stattfinden wird. Alles in allem wird Bechter bis zum Ende der Tour über 5.000 Kilometer aus eigener Kraft bewältigt haben. Der Gleitschirmhersteller GIN stellt für diese Tour eine extrem leichte Flugausrüstung zur Verfügung, welche Bechter mit dem Fahrrad transportieren kann.

route 2004

Bechter teilt die Tour in zwei Etappen, wobei die erste hauptsächlich unter dem Motto 'BACK TO LIFE' (Zurück ins Leben) steht. Bechter erkrankte vor Jahren an Krebs und wurde, nachdem er 2002 von einer Expedition aus dem Himalaja zurückkehrte, operiert und in den folgenden Monaten mit Chemotherapien behandelt. Nach einer sehr mühsamen Aufbauzeit, will er nun in sein gewohntes Leben zurückkehren und will sich mit dieser Tour selbst ein Zeichen setzten, dass er wieder gesund ist.

Bechter: "Ich möchte mit dieser Fahrt auch jenen Menschen Mut zusprechen, die selbst den kraftraubenden Weg durch die Chemo machen müssen! Mir selbst macht diese ständige Ungewissheit, ob die Krankheit besiegt ist oder nicht, teilweise noch heute Angst. Aber genau aus diesem Grund versuche ich erst recht, mein Leben aktiv zu nutzen. Der Wille, wieder aktiv zu werden, begleitete mich durch die ganze Chemo!".

Die zweite Etappe von Norwegen nach Italien steht dann vollends unter dem Banner des Walschutzes, getreu dem Motto 'BACK TO IWC'. Bechter: "Ich stellte fest, dass meine Zukunft als Krebspatient genauso ungewiss vorauszusagen ist, wie die Zukunft der Wale. Für mich ist es wohl leichter, diese Krankheit loszuwerden, als dass die Wale vor den industriellen Walfängern geschützt werden können. Industrieller Walfang wird nur aus Profitgier betrieben, obwohl der regelmässige Verzehr von Walfleisch die Gesundheit gefährden kann. Vor allem werdende Mütter (z.B. auf den Dänischen Färöer Inseln) werden vom häufigen Genuss von toxischem Walfleisch gewarnt! Alleine dies sollte Grund genug zu sein, den industriellen Walfang endgültig einzustellen. Was macht es für einen Sinn, eine bedrohte Tierart zu bejagen, wenn der Verzehr dieses Fleisches zudem noch gesundheitsgefährdend sein kann?"

Über die Gefahren der Tour ist sich Bechter bewußt. Überanstrengung oder zu hohe Herzfrequenz könnten gefährlich ihn werden. Aus diesem Grund will er die Tour nicht mit Tempo, sondern mit Beständigkeit schaffen. Auch wenn das heißt, täglich ein paar Stunden mehr im Sattel zu verbringen. Strapazen kennt der Österreicher zur Genüge. Ob er mit dem Liegerad die Backofenhitze der Omanischen Wüste oder die depremierende Dunkelheit der eiskalten Polarnacht Grönlands im Kajak erdulden musste, nie hat ihn der Optimismus verlassen, dass er seine Ziele nicht erreichen könnte.

Wer den Verlauf der Tour beobachten will, hat die Möglichkeit, dies im Online-Routebook zu tun. Die Adresse: www.globalance.info/tourbook
_________________________________________________________________________________________
INFO:
Die 'Walfahrten' von Bernhard Bechter:


Alle Walfahrten Bechter's zusammen ergeben eine Strecke, die weit mehr als für eine Weltumrundung reicht. Die Temperaturunterschiede reichten von weniger als 50 Grad Minus bis zu Temperaturen von über 50 Grad Plus.

1995 - Mit dem Faltboot im Winter vom Bodensee in 77 Tagen nach Oslo/Norwegen.

1996 - Mit einem 150 Kilo Rad-Anhänger-Wal-Gespann von Wien via Berlin, Südnorwegen nach Schottland zur dortigen IWC. Überreichung von über 300.000 Unterschriften zum Schutz der Wale.

1997 - Mit Rad & zu Fuss vom Norwegischen Nordkapp nach Monaco (über 7.000 km aus eigener Kraft) zur dortigen IWC.

1998 - 1. Teil: Von Wien nach Muscat in den Oman. Einziger Demonstrant weltweit beim Al Bustan Palast, wo die IWC hermetisch abgeriegelt stattfand. David Mc.Taggart regte Bechter an, nach Grenada zur folgenden IWC zu kommen.

1998 - 2.Teil: Wenige Wochen nach der Rückkehr aus dem Oman mit dem Liegerad und einem Expeditionskajak im Schlepp über Holland, Dänemark nach Island. Von Island wurde nur noch das Kajak nach Grönland mitgenommen.

1999 - Nach dreieinhalb Monaten in der Polarnacht Grönlands nach Kanada, von dort die Ostküste gen Süden, von Florida nach Venezuela. Mit dem Kajak weiter durch den Orinoco, dann nach Trinidad. Finish in Grenada bei der dortigen IWC. Erneut die einzige Protestaktion direkt bei der Konferenz.

2000 - Absturz mit dem Paragleiter bei Filmarbeiten in Norwegen, daher konventionell zur IWC in Adelaide/Australien nachgestossen.

2001 - Mit Liegerad und Hänger vom Bodensee nach London zur IWC (Bechter war bereits an Krebs erkrankt, aber hatte dies noch nicht erkannt).

2002 - Riverdolphinexpedition. Suche und Zählung der wohl seltensten Delfine der Welt: den Nepalesischen Susu-Delfinen. An- und Abreise auf dem Landweg, teils durch Al Kaida Gebiet. Allerdings wurde die Erkrankung Bechter's so akut, dass er nicht mehr zur IWC nach Japan weiterreisen konnte. Rückreise allein über den Landweg. Anschliessend an die Expedition Operation und Chemotherapien.

2003 - Von den Chemos noch sichtlich geschwächt, trotzdem bei der IWC in Berlin anwesend und Filmarbeit für befreundete NGO's übernommen. Zwei Erkundungsfahrten nach Norwegen.

2004 - GOODBY CANCER - Back to Life Tour '04

Vor den Walfahrten führte Bechter von 1987 - 1994 bereits mehrere anspruchsvolle Expeditionen durch. Unter anderem einen mehrmonatigen Alleingang durch die Wildnis von Alaska (ohne Zelt und Kocher). Beruflich war Bechter zunächst mehrere Jahre Ausbilder beim Österreichischen Bundesheer, bevor er im Bereich Vortragsproduktion, Outdooraktivitäten und Artenschutz aktiv wurde.

Informationen über Bernhard Bechter's GLOBALANCE-Projekt und die Walfahrten: www.globalance.info oder direkt ins Tourbook www.globalance.info/tourbook

Surftipp von Bernhard Bechter zu detailliertem Hintergrundwissen über Wale und Walfang: www.wdcs.org (in Englisch) www.wdcs-de.org (in Deutsch).

Informationen über die bei der Tour '04 verwendete Gleitschirmleichtausrüstung:
www.aerosport.de/gin/gin.htm

Wer einen Tandemflug mit Bernhard Bechter als Pilot machen will, oder wer ein Angebot für eine GIN - YETI Gleitschirm-Leichtgewichtsausrüstung haben will, wendet sich per e-mail an info@gleitschirmschule.at